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Humane Papillomviren und Gebärmutterhalskrebs
Autor: PD Dr. T. Jelinek, G. Hartmann-Kötting HPV – Was ist das?
HPV ist die Abkürzung für Humane Papillomviren. Dies sind Viren, die nur beim Menschen vorkommen und Zellen der Haut und Schleimhaut befallen. Direkter Kontakt mit infizierten Haut- oder Schleimhautzellen kann zu Ansteckung führen. Von den über 100 verschiedenen HP-Virustypen verursachen etwa 40 Infektionen von Haut- und Schleimhautzellen im Anogenitalbereich und können dort zur Bildung von Haut- oder Schleimhauttumoren führen. Aufgrund der sexuellen Übertragung und der weiten Verbreitung von HP-Viren haben sexuell aktive Menschen im Laufe ihres Lebens mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Kontakt mit diesen Viren.
Eine Infektion mit HPV verläuft in der Regel unbemerkt, verursacht keine Beschwerden und heilt zumeist von selbst aus ohne dass es zu einer Erkrankung kommt. Wenn die Infektion nicht ausheilt, können sich die betroffenen Zellen mit der Zeit verändern. Bei Frauen geschieht dies am häufigsten am Gebärmutterhals, seltener auch im Bereich der Vulva oder der Scheide. Hierfür sind insbesondere 2 HPV-Typen, 16 und 18, verantwortlich. Diese verursachen ca. 75 % aller Gebärmutterhalskrebsfälle in Europa.
Trotz Krebsvorsorgeuntersuchung für alle Frauen ab 20 Jahren erkranken in Deutschland jährlich rund 6200 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Etwa 2000 versterben daran. Die Infektion mit den HPV-Typen 6 und 11 dagegen kann im Genitalbereich äußerst unangenehme Genitalwarzen (Kondylome) verursachen. Solche Veränderungen werden nur selten bösartig, sind jedoch psychisch und physisch sehr belastend. Die Behandlung ist schwierig, langwierig und häufig erfolglos. Die HPV-Typen 6 und 11 sind zusammen für ca. 90 % aller Genitalwarzen verantwortlich.
Welche Impfung gibt es?
Die HPV-Impfung ist eine Injektionsimpfung, die einen lang anhaltenden, sehr guten Impfschutz bietet. Um diesen zu erreichen, sind 3 Impfdosen innerhalb eines Jahres notwendig, idealerweise zu den Zeitpunkten 0, nach 2 und 6 Monaten. Ein belastbarer Schutz wird nach der dritten Impfung erreicht. Derzeit gibt es zwei unterschiedliche HPV-Impfstoffe. Einen vierfachen, der gegen die HP-Virustypen 6, 11, 16 und 18 schützt – also gegen die Hauptverursacher des Gebärmutterhalskrebses, dessen Vorstufen und gegen Genitalwarzen – sowie einen zweifachen, der gegen Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen schützt.
Gibt es Impfrisiken?
Bei bekannter Unverträglichkeit gegen Bestandteile des Impfstoffes oder während einer Schwangerschaft sollte die Impfung mit dem Arzt abgewogen und bei einer schweren fieberhaften Erkrankung verschoben werden. Im Bereich der Einstichstelle kann es zu leichten Hautrötungen oder Schwellungen kommen. In manchen Fällen entsteht vorübergehend ein leichtes Fieber.
Wer übernimmt die Impfkosten?
Gemäß der so genannten Schutzimpfungsrichtline übernehmen die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) die Kosten der HPV-Impfung für Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Einige gesetzliche Krankenkassen haben die Kostenübernahme weiter ausgeweitet. Eine aktuelle Liste finden Sie hier.
Die Sächsische Impfkonmission (SIKO) hat ihre Impfempfehlung mit Wirkung vom 1. Januar 2011 für Frauen bis zum 26. Lebensjahr ausgeweitet.
Privat Versicherte sollten sich vor der Impfung bei ihrer Versicherung zur Kostenübernahme Auskunft einholen.
Aktualisiert am 26.02.2013, erstellt am 04.12.2007 1 2 |
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