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Informationen zur Impfung gegen HPV (Humane Papillomviren)
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HPV – Was ist das?
HPV ist die Abkürzung für Humane Papillomviren. Dies sind Viren, die nur beim Menschen vorkommen und Zellen der Haut und Schleimhaut befallen. Direkter Kontakt mit infizierten Haut- oder Schleimhautzellen kann zur Ansteckung führen. Von den über 200 verschiedenen HP-Virustypen verursachen etwa 40 Infektionen von Haut- und Schleimhautzellen im Anogenitalbereich und können dort zur Bildung von Haut- oder Schleimhauttumoren führen. Aufgrund der sexuellen Übertragung und der weiten Verbreitung von HP-Viren haben sexuell aktive Menschen im Laufe ihres Lebens mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Kontakt mit diesen Viren.
Eine Infektion mit HPV verläuft in der Regel unbemerkt, verursacht keine Beschwerden und heilt zumeist von selbst aus, ohne dass es zu einer Erkrankung kommt. Wenn die Infektion nicht ausheilt, können sich die betroffenen Zellen mit der Zeit verändern. Bei Frauen geschieht dies am häufigsten am Gebärmutterhals, seltener auch im Bereich der Vulva oder der Scheide. Hierfür sind insbesondere 2 HPV-Typen, 16 und 18, verantwortlich. Diese verursachen ca. 75 % aller Gebärmutterhalskrebsfälle in Europa. Weitere 15 bis 20 % werden durch die HPV-Typen 31, 33, 45, 52 und 58 verursacht.
Trotz Krebsvorsorgeuntersuchung für alle Frauen ab 20 Jahren erkranken in Deutschland jährlich rund 4700 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Etwa 1500 versterben daran. Weitere ca. 1500 Frauen sowie etwa 1600 Männer erkranken pro Jahr an sonstigem HPV-bedingtem Krebs. Die Infektion mit den HPV-Typen 6 und 11 dagegen kann im Genitalbereich bei Frauen sowie Männern äußerst unangenehme Genitalwarzen (Kondylome) verursachen. Solche Veränderungen werden nur selten bösartig, sind jedoch psychisch und physisch sehr belastend. Die Behandlung ist schwierig, langwierig und häufig erfolglos. Die HPV-Typen 6 und 11 sind zusammen für ca. 90 % aller Genitalwarzen verantwortlich.
Welche Impfung gibt es?
Die HPV-Impfung ist eine Injektionsimpfung, die einen lang anhaltenden, sehr guten Impfschutz bietet. Um diesen zu erreichen, sind 2 Impfdosen im Abstand von 5 Monaten erforderlich. Wurde dieser Abstand unterschritten oder wird die Impfserie erst nach dem vollendeten 14. Lebensjahr begonnen, so sind 3 Impfdosen notwendig. Derzeit gibt es zwei unterschiedliche HPV-Impfstoffe. Seit 2007 ist ein Zweifach-Impfstoff verfügbar, der gegen die HP-Virustypen 16 und 18 schützt – also gegen die Hauptverursacher des Gebärmutterhalskrebses und dessen Vorstufen. Seit dem Jahr 2016 ist zudem ein neunfacher HPV-Impfstoff verfügbar, der den Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs auf 5 weitere Typen (31, 33, 45, 52, 58) ausdehnt und zusätzlich gegen Genitalwarzen durch die Typen 6 und 11 schützt.
Gibt es Impfrisiken?
Bei bekannter Unverträglichkeit gegen Bestandteile des Impfstoffes oder während einer Schwangerschaft sollte die Impfung mit dem Arzt abgewogen und bei einer schweren fieberhaften Erkrankung verschoben werden. Im Bereich der Einstichstelle kann es zu leichten Hautrötungen oder Schwellungen kommen. Auch Kopf- oder Muskelschmerzen können auftreten. In manchen Fällen entsteht vorübergehend ein leichtes Fieber.
Wer übernimmt die Impfkosten?
Gemäß der so genannten Schutzimpfungsrichtline übernehmen die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) die Kosten der HPV-Impfung für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Eine bis dahin nicht erfolgte Impfung kann bis zum 18. Lebensjahr nachgeholt werden. Einige gesetzliche Krankenkassen haben die Kostenübernahme weiter ausgeweitet. Eine aktuelle Liste finden Sie hier.
Die Sächsische Impfkommission (SIKO) hat ihre Impfempfehlung für junge Frauen und Männer bis zum 26. Lebensjahr ausgeweitet.
Privat Versicherte sollten sich vor der Impfung bei ihrer Versicherung zur Kostenübernahme Auskunft einholen.


Aktualisiert am 18.02.2020, erstellt am 04.12.2007